Hilfsprojekte in Kambodscha - Kambodscha

Übersicht


Kampuchea, das vergessene Land: Undurchdringlicher Dschungel, wilde Tiere und Denkmäler längst untergegangener Kulturen. Die uralte Tempelanlage Angkor Wat gilt als eines der beeindruckendsten Bauwerke der Welt.

Doch Kambodscha (Südostasien) hat eine tragische Geschichte hinter sich.

1975 marschierten die kommunistischen “Khmer Rouge” in Phnom Penh ein und ihr Führer Pol Pot übernahm die Macht im Land. Bis 1979 terrorisierten die Khmer Rouge das Land und töteten ca. zwei Millionen Menschen - ein Drittel der Gesamtbevölkerung Kambodschas. Erst der Einmarsch vietnamesischer Truppen beendete den Genozid.

Und noch immer wirft Pol Pot einen langen Schatten auf das Land.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Pol Pot


Kambodscha gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Asphaltierte Strassen sind eine echte Seltenheit, Industrie ist kaum vorhanden. Die Zerrüttung des südostasiatischen Landes traf vor aber allem die Landwirtschaft. Viele Kleinbauern sind verschuldet und leben unterhalb der Armutsgrenze. Einem Großteil der Reisbauern mangelt es nahezu die Hälfte des Jahres an Nahrung für ihre Familien. Immer mehr Bauernfamilien müssen ihr Land verkaufen, um kurzfristig an Geld für Nahrungsmittel zu kommen. Dies bedeutet den Verlust ihrer Existenzgrundlage. Hinzu kommen der schlechte Gesundheitszustand und die unzureichenden Hygienebedingungen in vielen Dörfern. Leidtragende sind vor allem die Jüngsten und Schwächsten.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Situation


Die jahrelang prekäre politische Lage und militärischen Auseinandersetzungen haben auch dazu geführt, dass Kambodscha bisher fast keine internationale Unterstützung erfahren hat. Die meisten Einwohner haben keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, es existiert kaum keine medizinische Versorgung oder soziale Infrastruktur. Die Menschen müssen, besonders in der Trockenzeit, weite Wege zurücklegen, um aus Seen, Flussläufen oder selbst gegrabenen Löchern Wasser zu schöpfen. Krankheiten, die von verunreinigtem Wasser ausgelöst werden, sind bislang weit verbreitet. Die Versorgung mit sauberem Wasser und Hygieneartikeln, zusammen mit einer Informationskampagne zu Hygienethemen, können den Gesundheitszustand und Lebensstandard im Land erheblich verbessern.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Wasser


Die Hauptstadt Phnom Penh und der Touristenort Siem Reap machen vordergründig einen fast blühenden Eindruck. Einige neue Industriebauten sind vorhanden. Die drei wichtigsten Strassenverbindungen im Land sind sauber und asphaltiert.

Außerhalb der beiden genannten Orte spürt man aber überhaupt nichts von solchen Entwicklungen. Dort herrscht stellenweise eine unvorstellbare Armut. Das Schulwesen ist in der Theorie gut organisiert (12 Jahre Schulpflicht), die Lehrer sind aber mit 15 - 25 US$ pro Monat jämmerlich bezahlt, weshalb sie von ihren Schülern einen Beitrag für das eigene Überleben kassieren müssen. Das wiederum hält auf dem Land Kinder armer Familien vom Unterricht fern. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner hat niemals eine Schule besucht.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Entwicklung


Das Gesundheitswesen ist, wenn überhaupt vorhanden, auf einem tiefen Niveau. Patienten müssen für die Leistungen in öffentlichen Krankenhäusern, die in der Peripherie kaum diesen Namen verdienen, bezahlen. Kranke und Verletzte gehen deshalb eher zu den sog. Naturärzten, mit den entsprechenden Resultaten. Kein Geld für eine ärztliche Behandlung zu haben, bedeutet daher für die Menschen dort einfach nur den Tod.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Gesundheit


Die Lebensbedingungen der Menschen in Kambodscha sind geprägt von Hunger, Mangelernährung, schlechten hygienischen Verhältnissen und einer unzureichenden medizinischen Versorgung.

Geographie

Kambodscha liegt in Südostasien und gehört zu der unter französischer Kolonialherrschaft zusammengefassten Region Indochina. Es grenzt an Vietnam, Laos und Thailand. Die kambodschanische Küste erstreckt sich am Golf von Thailand auf etwa 340 Kilometer. Die Fläche des Landes umfasst 181.035 qkm – damit ist Kambodscha ungefähr halb so groß wie Deutschland oder etwas mehr als doppelt so groß wie Österreich. Die Hauptstadt des Landes ist Phnom Penh. Der 500 Kilometer lange Mekong ist die Lebensader Kambodschas und teilt das Land in Nord und Süd.

Der Tonle Sap See, einst ein Meeresarm, ist der größte Binnensee Südostasiens. Jedes Jahr während der Monsunzeit ändert sich die Fließrichtung des Flusses Tonle Sap, über den sonst das Wasser des Sees ins Mekongdelta abgeleitet wird. Er ist damit der einzige Fluss auf der Welt, der in beide Richtungen fließen kann.

Zwei Drittel von Kambodscha bestehen aus dem kambodschanischen Becken, dessen größte Flüsse der Mekong und der Tonle Sap sind. Das Becken liegt 5 bis 30 Meter über dem Meeresspiegel und wird während der Monsunzeit größtenteils überflutet. In diesen Ebenen, die für Kambodscha von großer landwirtschaftlicher Bedeutung sind, lebt der größte Teil der Bevölkerung. Die Regenzeit von Mai bis Oktober verwandelt die Böden Jahr für Jahr in fruchtbares Ackerland.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Geographie


Klima

Das Klima in Kambodscha wird vom Monsun bestimmt. Während der Regenzeit zwischen Mai und Oktober bläst der Südwestmonsun und bringt dem Land große Mengen an Niederschlag. Die Trockenzeit dauert von November bis April. Im Verlauf eines Jahres ändert sich vor allem die Luftfeuchtigkeit. Die Temperaturen bleiben hingegen fast konstant. Während der Regenzeit erhöht sich die Luftfeuchtigkeit bis auf 90 Prozent, doch in der Trockenzeit kann sie tagsüber sogar auf weniger als 50 Prozent sinken. Die Höchsttemperaturen schwanken zwischen 30 und 34 Grad.

Religion

Die kambodschanischen Religionen sind stark von den indischen und chinesischen Kulturen beeinflusst. Bereits vor Beginn der christlichen Epoche waren die meisten Funan Anhänger des Brahmanism (ein Vorgänger des Hinduismus). Mit den bestehenden Naturreligionen ist es zu einer neuen Religion verschmolzen. Heute existiert der Hinduismus Seite an Seite mit den regionalen Gottheiten.

Heute gehören über 90 Prozent der Bevölkerung dem Theravada Buddhismus an, welcher einen großen Einfluss auf das tägliche Leben hat. Der Theravada Buddhismus erreichte das Land im 13. Jahrhundert und verbreitete sich unter König Jayavarman VII über das ganze Land. 1989 wurde es Staatsreligion.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Religion


Viele männliche Kambodschaner verbringen einmal in Ihrem Leben für eine gewisse Zeit in einem buddhistischen Kloster. In jedem Dorfzentrum existiert ein buddhistischer Tempel – oder Wat. Die buddhistischen Rituale folgen dem Mondkalender. Es gibt eine Vielzahl religiöser Feiertage und Festivals. Die kambodschanischen Buddhisten bevorzugen einen unbekümmerten Lebensstil, sie respektieren Ihre Ahnen und verehren regionale Geister.

Der Devaraja- (Gottkönig-) Kult bringt König Sihanouk auch heute noch eine besondere Ehrerbietung unter der Bevölkerung ein und geht auf den Brahmanismus zurück, der während der Angkor-Periode verbreitet war. Neben den Naturreligionen, die von den Ureinwohnern im Nordosten praktiziert werden, gibt es noch den Glauben der Cham (2 % der Gesamtbevölkerung und etwa 60.000 Christen, hauptsächlich römisch-katholischer Konfession.

Bevölkerung

Heute leben etwa 12 Millionen Menschen in Kambodscha, davon 1,7 Millionen in der Hauptstadt Phnom Penh.

Rund 90 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung gehören dem Volk der Khmer an. Dies macht das Land zu einem der ethnisch homogensten Länder in Südostasien. Außerdem finden sich verschiedene Minderheiten anderer ethnischer Herkunft in Kambodscha, z.B. Chinesen, Vietnamesen, Cham und Bergstämme wie die Khmer Loeu.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Leute


Die Khmer leben in dieser Region bereits seit dem 2. Jahrhundert. Sie verschmolzen mongolische und melanesische Elemente und wurden über viele Jahrhunderte von den mächtigen indischen und japanischen Königreichen beeinflusst.

Die Khmer-Loeu - auch Hochlandkhmer, wörtlich die "oberen" Khmer genannt – sind eine der Hauptbergvölkergruppen und in den bewaldeten Bergregionen im Nordosten zu finden. Sie leben als Halbnomaden und praktizierten Brandrodungsbau, in zunehmendem Maß siedeln sich viele der Gruppen jedoch heutzutage fest an und betreiben Ackerbau.

Kunst und Architektur

Die bedeutendsten Bauwerke der Khmerzivilisation entstanden in der Angkorperiode. Alle existenten Monumente wurden aus Stein oder Ziegel erbaut und alle sind religiöse Gebäude. Die Architektur und Kunst wurde stark von religiösen Motiven beeinflusst. Ein immer wiederkehrendes Motiv sind die Apsaras, so genannte himmlischen Nymphen ein Symbol der Khmerkultur.

Die Apsaras, kunstfertig mit reich verzierten Schmuck und prächtigen Gewändern in Stein gearbeitet, stellen das Ideal weiblicher Schönheit zu jener Zeit dar. Ein weiteres, für Südostasien charakteristisches Motiv sind Nagas, die heiligen Wasserschlangen, welche eine bedeutende Rolle in der hinduistischen Mythologie spielen.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Kunst und Architektur


Größtenteils stammen die Motive aus der indischen Kunst und wurden in die sogenannte Kunst der Khmer umgewandelt, bzw. übernommen. Den Tempeln dient als Entwurf der kosmische Berg Meru, umgeben vom Meer, als Heimstatt der der indischen Gottheiten bekannt.

Angkor bedeutet ‘Stadt’, Wat bedeutet ‘Tempel’. Angkor Wat ist das größte und bedeutendste architektonische Meisterwerk Kambodschas und wahrscheinlich das größte religiöse Bauwerk der Welt. Die Idee stammte von Suryavarman II und man schätzt, dass die Erbauung der Anlage über 30 Jahre dauerte. Als Beweggrund geht man von der Erbauung eines Bestattungstempel für den König aus.

Seit dieser Zeit ist Angkor immer von Mönchen bewohnt worden und daher gut erhalten. Die vier Galerien der Außenseite sind mit einzigartigen Basreliefs verziert, jede berichtet von einer anderen Sage. Die wohl berühmteste ist die des ‘Kirnen des Milchozeans’, welches sich auf der Ostseite befindet. Wie schon angedeutet, repräsentiert das innere Heiligtum den Berg Meru, die fünf Türme symbolisieren seine fünf Gipfel, die sie umgebenden Mauern stehen für die Berge am Rande der Welt und der den gesamten Komplex umgebende Wassergraben, den jenseitigen Ozean. Angkor Wat ist als Inbegriff der Khmer Kultur auch auf der Flagge abgebildet.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Staat


Sitten und Gebräuche

Es macht einen schlechten Eindruck seinen Gefühlen wie Verärgerung oder Ungeduld öffentlich Ausdruck zu verleihen. Probleme sollten mit Ruhe und Besonnenheit gelöst werden.

Allgemein gilt es sich den Sitten gemäß zu kleiden, die Schultern sollten bedeckt sein und die Beinkleidung sollte zumindest bis zu den Knien reichen. Vor dem Betreten eines Tempels, ebenso wie privater Wohnräume, sind die Schuhe am Eingang auszuziehen. Beim Hinsetzen sollten die Füße weder zum Altar noch zum wichtigsten religiösen Bild zeigen. Arme und Beine sind vollständig bedeckt zu halten, das heißt keine kurzen Röcke und Shorts oder knappen Oberteile. Gegebenenfalls kann man sich ein Tuch um die Schultern schlingen. Badekleidung sollte dem Strand oder Hotelpool vorbehalten bleiben.

Es ist üblich eine kleine Spende für den Erhalt der Anlage zu hinterlassen. Mit dem Zeigefinger auf andere Leute oder auch Gegenstände zu zeigen, wird als unhöflich angesehen. Da der Kopf als das heiligste Körperteil angesehen wird sollte dieser nie berührt werden. Dementsprechend sollte man auch nie jemanden die Füße entgegenstrecken.

Hilfsprojekte in Kambodscha - Leute


Bei der traditionellen Begrüßungsform werden die Handflächen wie zum Gebet aneinandergelegt und der Kopf geneigt, dies gilt jedoch weniger für Touristen, denn heutzutage wird das westliche Handschütteln zunehmend übernommen.

Politische Themen sollten sensibel und mit Zurückhaltung behandelt werden. Fotografieren ist erlaubt, mit Ausnahme von Objekten mit militärischer Bedeutung, z. B. Flughäfen, politische Aktionen oder staatliche Paraden.

Die Höflichkeit gebietet es immer um Erlaubnis zu fragen, bevor Sie von Menschen, im Besonderen Mönche, oder in einem Tempel Fotos machen.

Trinkgelder werden gerne von einheimischen Führern, Trägern und Angestellten in westlichen Hotels und Restaurants entgegengenommen.

Reisen

Kambodscha ist mit dem einmaligen Wunderwerk Angkor, seinen zahllosen Tempeln, den Lebensadern Mekong und Tonle Sap, seiner unberührten Küste und den freundlichen, liebenswerten Menschen eine wahre Schatzkammer in Südostasien.

Eine Reise nach Kambodscha ist ein unvergessliches Erlebnis.

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